62 Prozent der Menschen in Deutschland machen sich regelmäßig Gedanken über den Zusammenhalt im Land. Nur 30 Prozent glauben, dass andere das auch tun.
Halten das von anderen für wahr
30 %
More in Common Deutschland, Impulspapier 2025
Die Sorge ist geteilt. Das Wissen um diese geteilte Sorge fehlt. Die Forschung nennt das fehlwahrgenommene Polarisierung: Nicht die Differenz ist eingebildet, sondern ihr Ausmaß. Lees und Cikara, Nature Human Behaviour
Wie groß die Spaltung erscheint, hängt schon an der Frage. Das Polarisierungsbarometer des Mercator Forums kommt auf über 81 Prozent, More in Common auf 67 Prozent bei einer Frage, die Zusammenhalt ausdrücklich als stärkbar gegenüberstellt. Vierzehn Prozentpunkte Unterschied durch die Formulierung. Unstrittig ist der Ton: 82 Prozent erleben die öffentliche Debatte als zunehmend hasserfüllt, fast jeder Zweite meidet Gespräche mit Andersdenkenden.
Daraus folgt eine unbequeme Einsicht: Kampagnen, die Spaltung beklagen, machen Spaltung größer.
Auch der Studienleiter des Polarisierungsbarometers hält pauschale Warnungen vor der Spaltung für unbrauchbar. Nötig seien differenzierte Diagnosen für differenzierte Strategien.
MIDEM, Polarisierungsbarometer 2025 · MIDEM, Pressemitteilung zur Studie